Theaterstück mit Rabe Socke und den ABCs

Heute war ein besonderer Tag für die ABCs (5-6 Jährige Waldkönige). Wir sind schon sehr früh mit dem Bus nach Frechen gefahren und konnten uns vor der Tür des Stadtsaales gute Plätze sichern. Dort haben wir uns mit einem kleinen Frühstück gestärkt, bevor es dann pünktlich um 9 Uhr los ging.

Wir saßen in der ersten Reihe, konnten alles gut sehen und hören. Das Stück handelte von dem kleinen Raben Socke, der sich bei einem gemeinsamen Essen mit seinen Freunden nicht gut benommen hat. Frau Dachs teilte ihm dann mit, dass er am nächsten Tag nur Geburtstagsgeschenke bekommt, wenn er immer brav ist. Sehr in Not lernte der Dachs nun alle „Regeln des Bravseins“ auswendig und wurde schließlich am Ende des Stückes mit einer Geburtstagsfeier und tollen Geschenken von seinen Freunden überrascht.

Dem Team wurde zwischendurch mal kurz ganz schwindelig vor lauter Regeln, die der kleine Rabe lernen sollte und wir konnten sehen, wie auch ABCs begannen, auf den Stühlen hin- und herzurücken….  Ach wie war es doch ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir mit den Waldkönigen zwar auch einige wichtige Regeln vereinbart haben, damit unser Zusammensein funktioniert, doch wir könnten unsere Regeln auf ein kleines Blatt Papier schreiben – der Rabe brauchte eine ganz lange Rolle Papier…

Während eine Erzieherin eines anderen Kindergartens schon vor dem Theater sehr engagiert ihre Regeln erklärte und verdeutlichte und dabei klar wurde, was man in einem Theater alles nicht darf, standen wir Waldkönige eng zusammen und philosophierten über das Wort „Vorfreude“.

Auch nach dem Theaterstück konnten wir mal wieder, wie schon so oft nach Ausflügen, beobachten, dass junge Waldkönige gute Beobachter sind und aktiv mitdenken. So liefen wir nach dem Theaterstück durch die Fußgängerzone und begegneten dabei einigen anderen Kindergärten, die ebenfalls zum Theaterstück unterwegs waren. Ein ABC-Kind beobachtete die Gruppen jeweils ganz genau und fragte dann: „Warum laufen die hier in Frechen alle so komisch?“ Wir mussten schmunzeln und erklärten dann, das dieses komische Laufen in vielen Kindergärten bei Spaziergängen und Ausflügen üblich ist und sich „Laufen in Zweierreihen“ nennt. Wir probierten es dann mal kurz aus und es fühlte sich an, wie bei einer kleinen Tanzprobe. Ein Kind beendete diese Probe, indem es sagte: “ Ich laufe lieber alleine, mein Partner weiß doch gar nicht, wo ich hin möchte.“  In diesem Sinne laufen wir weiterhin lieber frei uns warten mit dem Üben der Zweierreihen bis kurz vor dem Schulanfang….

Dass unsere Kinder gerne aktiv nachdenken und reflektieren, zeigte sich heute Nachmittag. Einige Kinder unterhielten sich über das Theaterstück. Es fielen Sätze wie: „Das Schwein war gefräßig“, „Der Hase war nett“, Die Soße war gar nicht echt“ usw…Dann kam eine wildere Diskussion auf und wir konnten unsere (erwachsenen) Waldkönigstimmen ganz gut raushören: Die Kinder begannen die einzelnen Regeln des Raben aufzuzählen und jede einzeln zu diskutieren. Es war ein Vergnügen, ihnen aus etwas Entfernung dabei zuzuhören: Die Regel, dass man z.B. nicht wie eine Fledermaus auf dem Kopf am Baum hängen darf, fanden die Kinder völlig lächerlich. Sie sagten: „Das stimmt doch gar nicht, wenn der Rabe sich das zutraut und alleine schafft, kann er es auch machen.“ Ebenso empörten sie sich über die Regel, dass man vor Frau Eules Nest nicht pupsen darf und erläuterten dabei, dass „pupsen in der freien Natur, wenn man nicht gerade beim Essen sitzt, gar nicht so schlimm ist und einem anderen auch nicht schadet“. Die schönste Reflexion der Kinder kam zum Schluss, als ein Kind bemerkte, dass das Stück zwar sehr schön war, doch auch falsch. Das Kind erklärte sofort warum. Es erklärte, dass der Rabe sich zwar im Stück nicht gut benommen hat, aber keiner gesehen hat, dass der Rabe sich nicht gut gegen das Schwein wehren konnte.  Das Kind sagte, der Rabe muss nur noch besser lernen, Stop zu sagen. Damit nicht genug: Das Kind empörte sich weiter, dass Frau Dachs im Stück einen viel schlimmeren Fehler gemacht hat. Es sagte: Frau Dachs hat den  Raben nämlich erpresst und das darf man überhaupt gar nicht. Geburtstagsgeschenke haben nichts mit Bravsein zu tun, sondern mit Freude machen.

Wir fanden diese Worte sehr gelungen als Schlusswort für diesen schönen Ausflugstag und freuen uns auf die weiteren Gedanken Eurer Kinder…

Ganz liebe Grüße
Euer Waldkönig-Team

Alle „Minis“ eingewöhnt…

Diese Woche war die „Durchbruchwoche“ – alle Mini-Kinder schaffen es nun, ohne Eltern im Kindergarten zu bleiben. Vielen gelingt der Abschied schon sehr gut und selbstverständlich, andere nehmen die Herausforderung sehr gut an. Insgesamt ging es uns diese Woche mit ALLEN Kindern sehr gut. Es ist schön zu sehen, wie viel Sicherheit die Kinder schon sammeln konnten, um den Vormittag nun ohne ihre Eltern zu bewältigen. Mit dazu beigetragen hat die Geduld, das Mitgehen und vor allem das Vertrauen der Eltern in uns und unsere Signale – dafür möchten wir uns bei allen Eltern bedanken – so gelingt Zusammenarbeit sehr gut und macht viel Spaß.

Es wird immer wieder mal Tage geben, an denen ein kleiner Waldkönig oder eine kleine Waldkönigin etwas Mühe, vielleicht mal keine Lust oder Motivation hat. Das kennen wir und damit können wir alle sicher umgehen. Auf Signale der Kinder zu achten, ruhig ab und zu einen Pausentag einzulegen – wenn die Gelegenheit dazu da ist und wenn man das Gefühl hat, die „Batterie“ ist leer, das empfehlen wir. Wenn der Durchbruch und das Grundvertrauen einmal da waren, kann man hier ruhig ein wenig variieren.

Wir möchten weiter Mut machen uns anzusprechen, wenn etwas auffällt, wenn es Fragen oder Unsicherheiten gibt. Von unserer Seite gibt es ein Grundprinzip: wenn Eltern beim Abholen von uns keine Rückmeldung erhalten sollten, war alles in Ordnung und der Tag im Kindergarten „abgerundet“. Wenn uns etwas aufgefallen, etwas Besonderes vorgekommen ist, ein Kind besonders traurig/müde etc. war, es größere Konflikte gab … sprechen wir diejenigen Eltern automatisch an. Damit uns das beim Abholen nicht untergeht, kann es vorkommen, dass am Rucksack der Kinder ein Schild findet mit der Aufschrift „Bitte beim Team melden“. Damit bitten wir dann um eine kurze Rücksprache.

Wir hoffen natürlich, dass wir auch ohne besondere Vorkommnisse immer mal wieder Zeit haben, eine kleine Episode aus dem Wald zu erzählen. Es gibt so viele schöne Momente, gelegentlich gelingt es uns, Eindrücke auf einem Foto festzuhalten. Heute z.B. war es ein wunderschönes Bild, alle Minis gemeinsam mit den Maxis an unserer Pfützenbaustelle auf der Lichtung zu beobachten. Alle arbeiteten nebeneinander und miteinander, waren mit dem Füllen und Ausschütten zahlreicher Gefäße beschäftigt und es gab ein großes Teilen und Tauschen der besten Wassergefäße. Die Minis staunten ganz schön, als die Maxi-Kinder dann später eine große Wurfstation aufbauten und mit vollem Körpereinsatz versuchten, große gestapelte Kisten mit Bällen umzuwerfen. Gleichzeitig staunten die Maxis nicht schlecht, welche besondere Beziehung einige Mini-Kinder zu den zahlreichen Nacktschnecken im Wald haben. Die Minis hatten nämlich die Nacktschnecken der Eichhörnchenhöhle mit auf die Lichtung genommen, damit sie nicht traurig sind, wenn sie dort alleine bleiben müssen. Sie haben sie auf dem Arm genommen, getröstet und erklärt, dass die Mama gleich wieder kommt. Manche Schnecken haben heute das Rückenschwimmen gelernt, andere sollten erste Stehübungen machen und wieder andere wurden ins Trainingscamp getragen, um zu lernen schneller zu kriechen … wir Erwachsenen sehen hier mit viel Freude großes Interesse an allem was lebt und sich bewegt – wir nehmen die Herausforderung an, dieses Interesse jetzt ein wenig zu kanalisieren und auch bei Zweijährigen das Thema „artgerechter Umgang“ langsam einzuführen.

Alles in allem möchten wir sagen, dass es tolle Kinder sind, die viel Neugier und Unternehmungslust mitbringen – und wir freuen uns schon sehr auf die kommenden Wochen…

Ganz liebe Grüße
Euer Waldkönig-Team

 

Ausgeflugt … in den Dansweiler Wald

Freitagmorgen – 7.30 Uhr, bewölkter Himmel. Die ersten Waldkönige treffen am Dansweiler Parkplatz ein, von hier aus soll der Tagesausflug starten. Noch während die letzten Kinder ankommen – manche eher aufgeregt, manche schon sehr unternehmungslustig – beginnt es zu regnen.

Schnell finden wir Schutz unter dem grün leuchtenden Blätterdach und beginnen zunächst mit unserem Frühstück. Viele Kinder sind viel zu aufgeregt zum Essen, es ist eben nicht unser Wald. „Hier gibt es viel dickere Bäume“, „die Bäume haben richtige Wurzeln“ und „hier gibt es Baumseile wie bei Tarzan“, sind Sätze, die die Entdeckungstour begleiten. Einige Kinder kennen das „große Bombenloch“ im Dansweiler Wald und schnell breitet sich der Wunsch aus, dorthin weiterzuwandern.

Zeitgleich entdecken die Adleraugen des Teams eine weitere Kindergartengruppe auf dem Parkplatz. Unsere gut entwickelten „Rhabarber-Ohren“ hören schnell, dass das Ziel dieser Gruppe ebenso der Bombenkrater ist. Ähnlich eines Mallorca-Urlaubers, der sich schon vor dem Frühstück mit dem XXL-Badelaken einen Liegestuhl sichert, stürmen zwei unserer Langstreckenteammitglieder Richtung Krater. Dank unseres ausgedehnten Equipments (Seile, Planen & Co) sind schnell und heimlich die für uns wichtigsten Plätze reserviert und es sieht so aus, als wären wir schon ewig dort oben gewesen. Währenddessen beäugen nun langsam auch die Waldkönig-Kinder die fremde Gruppe. Die Rucksäcke werden gepackt und völlig gelassen und freundlich grüßend zieht unsere Karawane am anderen Kindergarten vorbei dem nächsten Abenteuer entgegen.

Die nächste Stunde verbringen alle unsere kleinen Waldkönige mit Seilexpeditionen an steilen Hängen, Wurzelklettertouren und matschigen Rutschpartien. Mehr und mehr mischen sich die anderen Kinder unter die spielenden Waldkönige und wir Erwachsenen haben eine Menge damit zu tun, unsere Kinder in der großen Kindermenge im Blick zu behalten. Schnell erkennen wir jedoch markante Unterschiede: unsere Kinder sind wesentlich schlammiger, klettern behände die Berge hoch und schon die Jüngsten wissen Seile als Werkzeug und Hilfsmittel geschickt einzusetzen.

Mittlerweile regnet es in Strömen. Die anderen Kinder sind fasziniert von unseren Kletterseilen, zeigen aber größere Mühen in der Bedienung. Hier fällt es dann bald recht leicht die Waldkönige herauszulesen. Die Könige stehen oder krabbeln, viele andere Kinder rutschen oder purzeln. Schmunzelnd betrachten wir das rege Treiben, als wir hören, wie eines unserer Maxi-Mädchen sich gegenüber einer Kekse essenden Gruppe fremder Kinder lautstark aufregt, dass diese mit ungewaschenen Händen essen und auch noch mit dem Essen herumlaufen.

Da kommt ein kleines Mädchen in Pink angelaufen und weint bitterlich, weil die Knie der neuen Hose schmutzig geworden sind. Dies hören verwundert zwei unserer Mini-Kinder, die mittlerweile so schlammig paniert aussehen, dass wir ihre Farben der Hose kaum noch ahnen können.

An dieser Stelle kommt das Team ins Spiel und als Teamleiter bin ich zu Recht sehr stolz auf meine Kollegen: Während die Erwachsenen des Kindergartens xy „stehrümchenähnlich“ nicht mitbekommen, was ihre Schützlinge gerade alles von den Waldkönigen lernen, beginnt bei uns Waldkönigen eine muntere Geschäftigkeit, verteilt über das ganze Spielgelände. Schnell stehen, durch Zuruf weitergetragen, die Spielregeln fest: unser „Hahn im Team“ soll gefangen werden. Blitzschnell beginnt ein gigantisches Fangspiel, die Hänge rauf und runter, kletternd, rutschend, schlingernd, rennend und stolpernd und überall sieht man flitzende große und kleine Waldkönige. Langsam werden wir dem anderen Kindergarten unheimlich. Das Spiel geht so lange, bis alle erschöpft aufgeben. Wir schauen uns um und sehen glückliche Augenpaare in von der Anstrengung geröteten Gesichtern.

Als Pause kommt uns das Mittagessen sehr entgegen. Mittlerweile hat der andere Kindergarten sich verabschiedet, was im Zuge dessen, was uns beim Essen dann erwartet auch ganz gut so ist. Bei Laien gelten Waldkinder ja manchmal als „kleine Wilde“ ohne besondere Manieren. Hätte man uns beim Mittagessen beobachtet, könnte man es ihnen nicht länger verübeln. Wir sind ja immer sehr dankbar, dass unser Lieblings-Caterer uns mit dem Essen fast überall hin nachreist und sehr unkompliziert liefert. Doch dieses Mal ist eine kleine Panne passiert. Es gab Suppe und zum Nachtisch Früchtequark – soweit ganz gut, aber an diesem Tag leider ganz ohne Besteck. Das hatte der Fahrer leider vergessen auszuladen. Wie gut, dass Waldkönige sehr spontan und auch flexibel sind. Wir nahmen die Herausforderung an, erklärten das Mittagessen kurzerhand zum „Schweinchentag“, blickten kurz in erstaunte Kinderaugen, doch wenige Sekunden später hatten die ersten Kinder bereits verstanden, dass ab dem Moment Teller ablecken ausnahmsweise nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht war. An dieser Stelle freuen wir uns auf die entsprechenden Fotos. Es gibt ein besonders schönes Bild eines Teammitgliedes, das leider keinen flachen Teller erwischt hatte, sondern eine tiefere Suppenschüssel …

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man erleben kann, wenn man als Waldkindergarten einen Ausflug in den Wald macht. Die Jüngsten waren vor diesem Ausflug schon sehr aufgeregt. Ein kleines Mini-Mädchen hatte vorher zu Hause schon den ganzen Morgen vom großen Ausflug gesprochen und konnte es kaum abwarten. Wie schön der Ausflug für alle war, konnten wir beim Abholen dieses Mädchens hören. Die Mutter nahm das Kind auf den Arm, das Kind kuschelte sich an und rief voller Freude: „Mama, ich bin ausgeflugt!“. Nach diesem Satz wussten wir wie groß das Erlebnis war …

Es ist immer wieder schön, mit diesem Team und den Kindern zusammen die Welt zu entdecken …

Ganz liebe Grüße
Euer Waldkönig-Team

Ausflug der „Waldkönige“ zum Aachener Tierpark

Hinter uns liegt ein sehr schöner und harmonischer Tagesausflug nach Aachen in den Tierpark. Nachdem heute Morgen unser Wunschbus („Er soll rote Sitze haben.“) pünktlich auf den Waldparkplatz rollte und dabei die ersten Sonnenstrahlen wach wurden, war schon klar, dass es ein typischer „Königstag“ werden würde.

Der Start war völlig unkompliziert. Während noch am Wochenende zu Hause einige Kinder deutlich gemacht hatten, dass sie garantiert nicht in den Bus einsteigen würden, stiegen alle 44 kleinen Waldkönige aufgeregt und munter ein, so als ob sie das jeden Tag machten. Während schon vorher tagelang überlegt worden war, wer im Bus wo neben wem sitzt, kam es dann ganz anders. Die Kinder stiegen ein, setzten sich auf einen Sitz und merkten bei ihrer Aufregung teilweise erst hinter Kerpen, wer überhaupt neben ihnen sitzt. So ergaben sich Kombinationen sehr ungewöhnlicher Art – was aber niemanden wirklich störte, sondern die Fahrt eher bereicherte. Im Bus knurrte uns dann schon der Magen – unsere innere Uhr zeigte deutlich den Frühstückswunsch. Um diese Zeit sitzen wir sonst schon im-mer im gemütlichen Waldsofa und genießen unser Frühstück.

Die Fahrt verlief völlig problemlos, die „Notfalltüten“ in den Hosentaschen der Erwachsenen wurden nicht gebraucht und als wir in Aachen ankamen, wartete dort schon der zweite Teil des Teams auf uns.

Die Waldkönige sind es gewohnt, zum Zählen schnell eine lange Schlange zu machen, so zeigten sie diese Kunst auch sehr zügig vor der Kasse. Wäh-rend eine Familie mit drei Kindern noch die Kinder sortierte und diskutierte, wie sie sich an der Kasse passend verhalten, zogen wir mit unserer „Kö-nigsschlange“ links vorbei und hatten den Eingang „null komma nix“ passiert. Jetzt aber erstmal frühstücken, hieß die Devise. Wir brauchten nicht lange nach freien Tischen und Bänken zu suchen, die Waldkönige bildeten schnell ihren Sitzkreis und munter begann das stärkende Frühstück.

Nach dem Frühstück hieß das nächste Abenteuer „Toilettenbesuch“. Während wir vor einem Jahr bei einem Ausflug dafür fast noch eine Stunde gebraucht haben, schafften wir das heute mehrmals in Bestzeit. Tiere anschauen stand heute – in einem Tierpark ja eigentlich ungewöhnlich – eher etwas im Hintergrund. Die Spielplätze und das Mittagessen nahmen viel mehr Zeit ein und trugen zum gelungenen Ausflug ein großes Stück bei.

Bei jedem Ausflug fallen wir irgendwie auf – so wurden wir heute von einer Erzieherin eines Aachener Kindergartens angesprochen, warum wir alle denn so besondere und robuste Kleidung tragen, ihr seien die Arbeitshosen der Kinder besonders aufgefallen. Ein spannendes Gespräch über die Vorzü-ge eines Waldkindergartens entstand, wir ernteten jede Menge neidischer Blicke. Während wir Erwachsenen uns theoretisch austauschten, zeigten die Kinder sich praktisch von ihrer besten Seite. Sie waren zu fremden Kindern sehr höflich und freundlich. Eine ältere Dame wunderte sich sehr über den höflichen Ton eines Waldkönigs, als dieser sehr freundlich beim Klettern um Hilfe bat. Andere kleine Waldkönige zeigten einfach ihre motorischen Stärken. Während viele kleine Kinder auf den Geräten vorsichtig balancierten und kletterten, wirkte das bei den Waldkönigen völlig routiniert und sicher. Einige Kinder hangelten sich bei Stau einfach unter einem Gerät durch, sprangen von sehr hohen Höhen ab und erkletterten auf dem Piratenschiff die höchsten, von Kindern vermutlich vorher kaum betretenen Stellen. Wir geben zu, in diesen Momenten schielt man als Begleiterin oder Begleiter dieser Könige schon das ein oder andere Mal zu den anderen Kindergartengruppen und denkt: „Was haben wir es wirklich gut – wie besonders sind unsere Kinder – wie toll ist unser Team.“

Das Mittagspicknick-Buffet war wie in den anderen Jahren auch sehr abwechslungsreich und lecker, alle wurden satt und hatten Spaß am Essen.

Nach dem Essen mussten wir uns dann schon fast beeilen, um die Ziegen noch füttern zu können. Auf dem Weg zu den Ziegen kamen wir am Affengehege vorbei. Dort saßen einige Affen dicht gedrängt zusammen und lausten sich. Wir mussten doch sehr lachen, als ein Kind laut rief: „Guckt mal, wie bei Euch bei der Mitarbeiterbesprechung.“ Als wir uns wieder beruhigt hatten, berührte uns ein anderes Kind mit einer Bemerkung. Es entgegnete: „Nein, hier ist etwas anders. Guckt mal da sitzt ein Affe ganz alleine – unsere Erwachsenen schließen keinen aus.“ …

Als wir bei den Ziegen ankamen, fing es gerade an zu regnen. Das hatte die Folge, dass mehrere Ziegen in den Stall flüchteten und uns nur noch zweieinhalb Ziegen zum Füttern blieben. Das Dumme an der Sache war, dass diese Ziegen schon völlig satt waren, unsere Kinder sich ihnen aber nun voller Erwartung mit 44 Futtertüten näherten. Eine Ziege hat vor Schreck eine Tüte weggeschnappt und danach haben die Ziegen einheitlich das Fressen verweigert. Hier konnte man die Hartnäckigkeit einiger Könige sehen. Sie wollten es einfach nicht glauben und entwickelten eine besondere Kreativität der Fütterungsversuche. Irgendwann haben wir die armen Ziegen dann gerettet und die Kinder auf den nahegelegenen Spielplatz eingeladen. Wir haben jetzt im Bauwagen noch eine riesige Menge Futter – mal sehen, was den Kindern damit einfällt.

Ein Ausflug wird bei den Waldkönigen meistens mit einem Eis abgeschlossen, so war es auch heute. Auch hier zeigten die Kinder wieder, wie geduldig sie in einer Reihe mit 44 Kindern stehen können, bis sie dran sind, ihr Eis zu bestellen. An dieser Stelle sagen wir „Danke“ für die zahlreichen Spenden in die Eiskasse, die so ein Eisessen dann möglich machen.

Mit etwas Verspätung fuhren wir dann glücklich aber auch sehr müde in Aachen los. Schon an der zweiten Ampel war das erste Kind eingeschlafen, einige andere schliefen dann spätestens auf der Autobahn.

Wir danken dafür, dass wir mit den Kindern an diesem Tag wieder mal einen so besonders schönen Tag erleben durften!

Liebe Grüße
Euer Waldkönig-Team

Die „Maxis“ machen einen Ausflug zum Kölner Dom

An diesem Ausflugstag trugen die Erwachsenen, die die Maxi-Gruppe (das sind die ca. 5-Jährigen) begleiteten, kleine Schildchen um den Hals, auf denen stand:

„Mir ist es eine Ehre, heute diese so besonderen Kinder bei ihrem Ausflug begleiten zu dürfen.“

Diese Schildchen der Erwachsenen dienten an diesem stürmischen Tag Anfang März zunächst dem Zweck, den Kindern Vorbild zu sein. Denn die Kinder sollten ein ähnlich aussehendes Schild mit einer Telefonnummer für Notfälle tragen. Der Text war eher ein Platzhalter, doch nach dem Ausflug – bekam dieser Text eine ganz besondere Bedeutung.

Am Königsdorfer Bahnhof schaute uns schon vor der Abfahrt eine Dame sehr eindringlich an und raunte uns zu: „Viel Glück“.
Während die Kinder noch überlegten, wie sie das wohl meinte, fing unser Glück schon an: Wir durften heute mit den Kindern einen ganz besonders tollen Tag erleben.

13 Maxis trafen sich an diesem Tag pünktlich und leicht aufgeregt am Bahnhof in Königsdorf. Mit der S-Bahn fuhren wir zunächst bis zum Hauptbahnhof. Als die Gruppe aus dem Bahnhof trat, hörte man schon beeindruckte Stimmen: „So groß ist der“ – die Kinder meinten natürlich den Dom. Beim Anblick der kurzen Maxi-Beine und dem gleichzeitigen Anblick des so hohen Doms überlegten wir schon einen kurzen Moment, ob unser Vorhaben, dort wirklich hinaufzuklettern, so erfolgreich sein würde. Um uns für unsere Dombesteigung zu stärken, galt es zunächst, einen gemütlichen Frühstücksplatz zu finden. Für uns Waldkönige ist „gemütlich“ ja ein sehr dehnbarer Begriff, darum störte es auch keinen, dass es zu diesem Zeitpunkt etwas regnete. Der erste Vorschlag, auf den Bahnhofstreppen zu frühstücken, wurde schnell abgelehnt, weil es dort sehr windig war. Der nächste Vorschlag war rechts vom Dom vor dem Museumseingang, doch auch dort war es den Kindern zu windig. Waldkönige geben ja zum Glück nicht so schnell auf, so wanderten wir ein Stück weiter und frühstückten schließlich genau vor dem Heinzelmännchenbrunnen. Wir wissen nun, was in einer der nächsten Maxigruppen auf uns zukommt – die Kinder wollen das Gedicht ganz genau kennenlernen und waren schon ein bisschen enttäuscht, dass wir es nicht auswendig aufsagen konnten. Vielleicht arbeiten wir daran…

Nach dem Frühstück waren alle so gestärkt, dass auf unsere Frage, wer denn nun mit auf den Dom möchte, ohne zu zögern, sofort 13 Finger in die Luft schnellten und alle „Hurra“ riefen. Wir Erwachsenen schauten uns kurz an und es wurde jedem von uns klar, dass bei dieser Teilnehmerzahl keiner unten bleiben konnte, wir saßen wohl alle im gleichen Boot. Die Blicke der Kinder, als sie der Domtreppe entgegenschritten, zeigt, was sie in diesem Moment fühlten. Es war so, als machten sich 13 gut vorbereitete Astronauten auf den Weg ins All. Kurz vor dem Start fiel es zum Glück noch einigen Astronauten ein, dass „Pipimachen“ im All sicher nicht so klasse ist und schon begann unser nächstes Abenteuer. Die Toiletten am Dom sind durch eine Schranke abgegrenzt, die man durch den Einwurf mit einem 50-Cent-Stück öffnen kann. Da mittlerweile einige Maxis diese Idee toll fanden, haben wir noch eine kurze Weile mit dem Servicepersonal der Toilette verhandelt, um zu erreichen, dass wir immer zwei Maxis mit einem 50-Cent-Stück durch die Schranke schicken durften. Die Kinder suchten sich einen Schrankenpartner, warfen 50 Cent ein und gleich einem Synchronschwimmerpaar schwebten sie durch die Schranke. Dann hörte man eine Weile Kichern, Türenschlagen, Sätze wie „Ich kriege den Knopf nicht auf“ und anderes Durcheinander, bis wir dieses kleine Abenteuer gut überstanden hatten. Die Dame an der Domtreppenkasse lächelte uns noch einmal zu, als wir den Kindern vorlasen, dass der Aufstieg 533 Stufen hat (dachte sie vielleicht, wir schaffen das nicht?!)

Und schon ging es los … anfangs sehr schnell, dann mit sehr wechselndem Tempo, dann mit kleinen Stehpausen und schließlich mit kleinen Sitz- und Liegepausen auf den Stufen erreichten wir zunächst die Ebene der Glocken. Dort machten wir eine kleine Pause, bevor wir weiter hinaufkletterten. Manche der Maxis krabbelten die letzten Stufen hinauf, (ob es an der weniger werdenden Kraft oder aber an der empfundenen Höhe lag, weiß keiner so genau) und dann war es soweit. Wir erreichten die obere Ebene des Doms, von wo aus dann nur noch eine Gerüsttreppe zur Domspitze führt. Diese Ebene war eigentlich unser Ziel. Die Hälfte der Maxis empfand das für sich passend, die andere Hälfte schielte jedoch nach einer kleinen Trinkpause zur Gerüsttreppe hinauf und schnell kam der von uns gar nicht so sehr gewünschte Satz: „Wir wollen da rauf!“. Wieder gab es einen kleinen Blickkontakt zwischen den Erwachsenen und schnell war klar, dass auch diese Ehrenrunde im All nicht an uns vorübergehen sollte. Wir waren ja schon mit anderen Gruppen auf dem Dom – auch ganz oben, ABER die anderen Gruppen waren immer ein Jahr älter und es war noch nie so stürmisch wie an diesem Tag! Wir setzten alle unsere Kapuzen auf, damit die Mützen nicht wegfliegen konnten und starteten den weiteren Aufstieg. Stufe für Stufe kletterten wir die offene Treppe hinauf und murmelten dabei die ganze Zeit typische Erwachsenensätze wie „Haltet Euch fest“, „Lasst die Hand am Geländer“, „Abstand halten“… Der Wind blies laut um die Domspitze und nicht nur um unsere Nasen, doch die Maxis kletterten mutig weiter. Stolz waren wir, als dann ein Kind entschied, doch lieber mit den anderen auf der Ebene zu warten. Auch das ist bei den Maxis einfach wunderbar: sie können schon prima eigene Entscheidungen treffen, ihre eigenen Grenzen spüren und konsequent handeln, ohne dass jemand aus der Gruppe einen Kommentar dazu abgibt. So war jeder Aufstieg heute ein Erfolg, egal, wie weit man geklettert ist. Mit sechs Kindern erreichten wir dann wirklich die Domspitze – schauten auf Köln hinab, sahen winzig kleine Schiffe auf dem Rhein und suchten natürlich in der Ferne die Bauwagen des Kindergartens. Wir haben dann ganz laut einen Gruß Richtung Königsdorf gerufen.
Stolz kletterten wir dann alle zusammen wieder runter und als wir schon dachten, es endet ja nie, erreichten wir den Ausgang. Nach der Dombesteigung wollten einige Kinder noch einen Blick in den Dom werfen. Wir hätten uns gerne das Richterfenster angesehen, doch leider war gerade das Mittagsgebet und wir durften uns nicht so frei in der Kirche bewegen. Die ABCs (Vorschulkinder) hatten bei ihrem Ausflug gelernt, dass die Jungen und Männer in der Kirche bitte die Mützen ausziehen. Als wir das den Maxis erzählten, fanden sie das unfair und zogen einfach alle ihre Mützen am Eingang aus – egal ob Mädchen oder Junge. Nachdem wir uns wenigstens andere sehr bunte Kirchenfenster angeschaut hatten, war unser nächstes Ziel der Rhein.

Die Kinder wünschten sich, nach Schiffen zu schauen. Schiffe waren zwar weniger unterwegs, doch dafür waren sich zwei Kinder sehr sicher, eine Seerobbe gesehen zu haben. Nach einigen Fragen der anderen Kinder bestätigte ein drittes Kind, dass es aber nur eine Babyrobbe war. Wir beobachteten dann zusammen noch eine Weile einen Haubentaucher, bevor der Wunsch nach Mittagessen mit den geplanten „Pommes“ aufkam. Auf dem Weg zum Bahnhof sprach uns ein Polizist an. Er lud die Kinder ein, sich für ein Foto auf sein Polizeimotorrad zu setzen. Die meisten Kinder nahmen das Angebot freudig an und der Polizist war sehr beeindruckt, wie reibungslos die Kinder sich in einer Reihe anstellten und wie selbstverständlich das Abwechseln war.

Mit all diesen Eindrücken fuhren wir dann mit der S-Bahn zurück nach Königsdorf und kehrten in der Pommesbude ein. Hier merkten wir schnell, dass wir mit den Maxis nicht nur gut nach Köln fahren, sondern auch ganz prima Mittagessen gehen können. Es dauerte natürlich eine Weile, bis so viele Portionen Pommes fertig waren. Die Maxis warteten völlig geduldig. Wenn einer dann doch zu viel Hunger signalisierte, bekam er vom Nachbarkind schnell eine Fritte angeboten, damit das Warten nicht zu schwer fiel. Satt und müde begaben wir uns auf den Heimweg zum Kindergarten. Manche Kinder wurden schon unterwegs „aufgegabelt“, die anderen erreichten schließlich voller Eindrücke die Bauwagen.

Es gibt bestimmt in den nächsten Tagen im Kindergarten noch viel über den Ausflug zu erzählen. Alle Fragen, die unterwegs gestellt wurden, haben wir uns aufgeschrieben … es gibt viel zu tun … Wir glauben, für die Maxis war der Tag heute etwas ganz Besonderes, für uns Großen aber auch. Denn das, was den ganzen Ausflug über auf den laminierten Schildchen um unseren Hals hing, war wirklich passend:

„Es war uns eine Ehre, diese so besonderen Kinder auf ihrem tollen Ausflug begleiten zu dürfen!“

Liebe Grüße
Euer Waldkönig-Team